Jüdische Gemeinde Göttingen

Willkommen bei der Jüdischen Gemeinde Göttingen

Glückwunsch Neujahr

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. September 2019 um 11:28 Uhr Geschrieben von: Administrator Donnerstag, den 28. April 2011 um 14:40 Uhr

Schana Tova!

Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden ein gutes,
gesundes und friedliches Jahr 5780 !

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Rabbinisches Grußwort zu den Herbstfeiertagen

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Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Montag, den 09. September 2019 um 10:45 Uhr

Wir Juden feiern gerne und viel, vor allem im Herbst. Wir freuen uns, wir singen, essen, tanzen und … fasten. Wir bauen, beten und … besinnen uns. Wir begegnen Menschen, die wir lange nicht gesehen haben, Freundinnen und Freunden, Familie und Verwandten und ... wenn wir Glück haben, spüren wir vielleicht etwas Besonderes, einen kleinen Funken. Das kann einfach mal passieren, wenn wir mit Herz und Seele singen, essen, beten, fasten, einander spüren und unser Umfeld wahrnehmen.
  
Die Feiertage erinnern uns an das, was wirklich wichtig ist im Leben. Sie sind ein Weckruf gegen die ‚Globalisierung der Gleichgültigkeit‘ wie Papst Franziskus einmal gesagt hat. Gleichgültigkeit ist „Ein Virus das lähmt, eine Krankheit, welche die Mitte der Religiosität befällt.“ Unsere jüdischen Feiertage sind tatsächlich eine Kampfansage gegen die Gleichgültigkeit und zwar so:

An Rosch haSchana (Neujahr) feiern wir den Geburtstag der Welt (HaJom harat Olam). Wenn die Erderwärmung in diesem Tempo weiter geht, haben wir in Deutschland in 2050 Temperaturen wie etwa in Paris, mit heißeren Sommern, Starkregen, einem schrumpfenden Nordpol, steigendem Meereswasser. Die Schöpfung der Welt und unsere Verantwortung für die Welt ist das Thema, konkret: Das Klima als globales Thema. Darum geht es an Rosch HaSchana. Gleichgültigkeit ist selbstzerstörerisch. 

Wenn diese Botschaft angekommen ist, ist die nächste Frage: Was tun wir genau? Wie ändern wir unseren Umgang mit Plastik, wie werden wir die Müllberge los, wie verhindern wir, dass Pflanzen und Tiere aussterben, dass Trinkwasser ein noch selteneres Gut auf Erden wird? Es sind eine lange Reihe Makel und Sünden (Al Chet): Denn ja: Wir haben unsere Ziele verfehlt. Deswegen gibt es einen Tag des Fastens (Jom Kippur, Versöhnungstag), an dem wir nicht essen oder trinken, und an dem wir uns ernsthaft besinnen auf die Zukunft, auf unsere Zukunft, auf die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Wie gehen wir mit der Welt um, wie gehen wir miteinander um? Alle Gebete, die wir leise oder laut beten und singen, sowie alle Texte die wir an Jom Kippur lesen und hören – rabbinisch oder biblisch, alt oder modern - lassen sich fast alle auf einen Nenner bringen: Ein Aufruf zur Barmherzigkeit, zum Mitgefühl. Jeder Schritt, wie klein er auch sein mag, zählt jetzt. Besinnung, das ist das große Thema an Jom Kippur. Gleichgültigkeit können wir uns nicht leisten.

Nur einige wenige Tage später bauen wir Laubhütten. Insoweit das Wetter es erlaubt, essen wir dort, ungeschützt, sozusagen in der Natur. Wir feiern die Herbsternte, die Produkte der Natur, wenn wir den Lulaw (Pflanzenbündel) schaukeln. Wir erinnern uns an unsere Wüstenwanderung, auf dem Weg aus Armut, Hunger und Sklaverei in ein Land mit Milch und Honig, in eine noch unbekannte Zukunft. Wir waren Flüchtlinge, damals in biblischer Zeit, sowie viele in unseren Gemeinden bis vor Kurzem auch. Sukkot (Laubhüttenfest) dauert nicht umsonst mehr als eine Woche – Flucht und Vertreibung sind nicht nur über die Jahrtausende Teil unserer Erfahrung geworden, sondern sind es auch und zunehmend für Millionen Menschen heute. Das Problem ist global. Sukkot mahnt uns: Gleichgültigkeit können wir uns nicht leisten, und Sukkot erinnert uns: Auch wir waren einmal Flüchtlinge. Gleichgültigkeit? Unmöglich.

Der Zyklus der Herbstfeiertage schließt passend ab mit Simchat Tora (Tora-Freude). Wir tanzen und singen mit den Torarollen in den Armen, jung und alt, Frauen und Männer. Was ist Tora? Unser Grundgesetz, unsere Lehre, das Handbuch, das uns Woche für Woche begleitet. Was steht darin? Unsere Werte. Und was ist das allerwichtigste dieser Werte, das zentrale Gebot, genau in der Mitte der Tora? Nächstenliebe (Leviticus 19,18) – sie betrifft alle Menschen! Wir sind Alle in Gottes Ebenbild geschaffen. Gleichgültigkeit können wir uns nicht leisten.
Ich wünsche Ihnen / euch: Schana towa u-mtuka – ein gutes und süßes Neues Jahr; Tzom Kal – ein leichtes Fasten am Jom Kippur; Gmar Chatima towa – mögen wir eingetragen werden in das Buch des Lebens (am Ende des Fastens); und Chag Ssaméach – fröhliche Feiertage an Sukkot und Simchat Tora!

Rabbiner Edward van Voolen

 

10 Jahre Bodenfelder Synagoge in Göttingen, 27. Mai 2018 - 13. Siwan 5778

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 11:06 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 10:53 Uhr

“Mah tovu ohalecha Ja’akow, mischkenotecha Jis
Wie schön sind deine Zelte Jakob, deine Wohnstätten Israel.” (Numeri 24,)
Vor dreitausende Jahre segnete der biblische nicht-jüdische Prophet Bile’am mit diesen Worten das jüdische Volk.
Und mit diesen Worte betreten Juden noch immer die Synagoge.
Seit der Zerstörung des zweiten Tempels vor fast 2.000 Jahre, ist die Synagoge unser Zuhause geworden, überall in der ganzen Welt, überall wohin das Schicksal unser Volk gebracht hat. Auch nach Deutschland – die erste Ansiedlung der Juden in 321 ist urkundlich belegt, also vor fast 1.700 Jahre. Und auch nach Göttingen sind Juden gekommen – sie sind schon im 13. Jh. nachgewiesen.
Von den ‚schönen Wohnstätten’ ist aber seit dem Reichspogromnacht nicht viel übrig geblieben. Die 1895 eingeweihte Göttinger Synagoge, die Platz bot an 450 Menschen, wurde 1938 zerstört. 1939 war schon die Hälfte der Göttinger Juden geflüchtet, die andere Hälfte, über 250 Juden wurde kurz darauf ermordet.
Seit 1994 gibt es wieder eine jüdische Gemeinde in Göttingen, dank Einwanderung. 90 Prozent der jetzigen Mitglieder stammt aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie, wir, haben hier ein Zuhause gefunden:
„Wie schön ist diese Wohnstätte.“
Wie schön, dass auch Du, wunderschöne, fast zwei hundert Jahre alte Synagoge aus Bodenfelde vor zehn Jahre ‚eingewandert’ bist! Nachdem Du die Reichspogromnacht überlebt und 70 Jahre verlassen und vernachlässigt leer gestanden hast: wie schön dass auch du hier ein Zuhause gefunden hast und seit zehn Jahre wieder in Amt und Würde bist!
Wir Juden, die so oft in der Geschichte auf der Flucht waren, und durch Krieg und Hunger vertrieben wurden, wir definieren unsere „Zelte und Wohnstätte“ als „ein Zuhause für alle Völker“ (Jesaja 57,6), weil wir diese Erfahrung teilen mit Millionen Flüchtlinge in der Welt. Weil wir, unsere Eltern und Großeltern selber erfahren haben wie es war „Sklaven in Ägypten zu sein“ – zu erst Teil der Gesellschaft, dann erniedrigt und gedemütigt, und schließlich verfolgt und vertrieben.
Trotz unserer Angst für Antisemitismus und Fremdenhass, öffnen wir die Türe unserer Synagoge, weil Göttingen, weil Deutschland nicht nur für uns aber auch für Abertausende Flüchtlinge die Türe wieder geöffnet hat.
Beim Betreten einer Synagoge sagen wir: „wie schön sind deine Zelte Jakob, deine Wohnstätten Israel – und dank deiner großen Liebe darf ich hereinkommen“(Psalm, 5,8).
Bruchim haBaïm – herzlich Willkommen!
[Rabbiner drs Edward van Voolen]

   

Jüdische Studenten Göttingens

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 13. Juni 2019 um 12:27 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Dienstag, den 22. Juli 2014 um 11:04 Uhr

NEU!!
In Göttingen hat sich gerade eine Gruppe „Jüdische Studenten Göttingens“ (JSG) gegründet. Als Göttinger Gruppe sind sie Teil des Verbandes „Jüdischer Studenten Nord“ (VSJNORD). Anna und Marko sind die Ansprechpartner. Sie freuen sich auf Zuwachs: Jüdische Studierende, die Lust haben, sich zu treffen, zu quatschen, zu kochen, gemeinsame Projekte durchzuführen etc… An Purim gab es z.B. die Kampagne: TodaOnPurim, bei der Menschen gedankt wurde, bei denen Dank im Alltag eher zu kurz kommt, im Sinne der Mischloach Manot -Tradition. Erreichbar ist diese Gruppe über mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.   oder über facebook: https://m.facebook.com/groups/2040052906217741?view=group.

 

Projekt: Zwei Seiten der Geschichte - Erinnern für eine gemeinsame Zukunft

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. Dezember 2017 um 12:23 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Dienstag, den 03. Juni 2014 um 11:37 Uhr

In den Jahren 2003 -2005 hat der Verein Brücken Bauen e.V. - Verein zur Förderung von interkultureller Verständigung   Interviews und Filmaufnahmen mit unseren Gemeindemitgliedern Georg und Wilma Iggers, die heute in den USA leben, durchgeführt.
Jetzt im November 2016, kurz vor Georg Iggers' 90. Geburtstag hat sich der Verein  entschieden, das multimediale  Internetangebot  'Zwei Seiten der Geschichte - Erinnern für eine gemeinsame Zukunft' zu starten. http.//www.zweiseitendergeschichte.de    
„Angesichts der aktuellen Entwicklung in den USA möchten wir auch die Verbreitung des Lebenswerkes von Wilma und Georg Iggers unterstützen. Vielleicht können wir mit 'Zwei Seiten der Geschichte' ebenso einen kleinen, nachhaltigen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur leisten.“

   

Spuren jüdischer Geschichte zwischen Weser und Solling

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. November 2014 um 12:29 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Donnerstag, den 06. November 2014 um 12:22 Uhr

Detlev Herbst  und Berndt Schaller
“Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser“
Die Synagogengemeinden Bodenfelde, Uslar, Lippoldsberg und Lauenförde
Jüdisches Leben zwischen Solling und Weser - seit dem späten Mittelalter nachweisbar und seit Mitte des  19. Jahrhunderts fest im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben er Region verankert - ist heute ein Stück vergangener, gewaltsam zerstörter Geschichte. Die seit langem ansässigen jüdischen Familien  wurden in der NS- Zeit sämtlich vertrieben oder deportiert und ermordet. Geblieben sind nur wenige Spuren, die mehr und mehr verblassen. Die vorliegende Dokumentation ist ein Versuch, dem Vergessen entgegen zu wirken. Sie geht den Stationen der jüdischen Geschichte vor Ort von den Anfängen bis zur Auslöschung nach, beschreibt die Lebenswege jüdischer Bürger der letzten Generationen, erschließt die noch erhaltenen Bestände der jüdischen Friedhöfe als historische Quelle und verzeichnet alle einheimischen jüdischen Kinder, Frauen und Männer, die dem deutschen Rassenwahn zum Opfer fielen und ohne Namen an unbekanntem Ort geblieben sind.

ISBN 978-3-94075-92-8    Verlag Jörg Mitzkat

Das Buch ist in der Gemeinde für 19,80 € erhältlich.

 

Gedenken an die Opfer der Leningrader Blockade 1941-1944

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Dezember 2015 um 11:50 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Montag, den 25. November 2013 um 11:55 Uhr

Die Ausstellung zur Leningrader Blockade war ein großer Erfolg mit vielen interessierten Besuchern.  Danach wird die Ausstellung auch außerhalb Göttingens in verschiedenen Einrichtungen gezeigt. Sie kann bei der Gemeinde ausgeliehen werden.
   

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. September 2011 um 12:26 Uhr Geschrieben von: Administrator Donnerstag, den 28. April 2011 um 13:49 Uhr

Die Göttinger Synagoge

goettinger-syn 70 Jahre nach der Zerstörung der Göttinger Synagoge in der Reichspogromnacht 1938, wurde die neue Synagoge der wiedererstandenen Jüdischen Gemeinde Göttingen am 9. November 2008 eingeweiht. Nach einem Festakt in der Aula der Universität trugen Mitglieder der Gemeinde die Thorarollen unter einem Baldachin vom Mahnmal am Standort der von den Nationalsozialisten geschändeten ehemaligen Synagoge zu ihrem neuen Gotteshaus in der Angerstraße. Eigentlich handelte es sich um eine „Wiedereinweihung“ und zweite Weihe, denn die neue Göttinger Synagoge kann bereits auf eine lange, stolze Geschichte als Landsynagoge in Bodenfelde an der Weser zurückblicken.

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