Jüdische Gemeinde Göttingen

Willkommen bei der Jüdischen Gemeinde Göttingen

Chag Sameach

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. April 2020 um 14:59 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Dienstag, den 11. Oktober 2011 um 10:40 Uhr

Chag Pessach Sameach

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Grußwort zu Pessach

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. April 2020 um 14:58 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Freitag, den 03. April 2020 um 14:56 Uhr

Öffne die Türe deines Herzens!
Es gibt einen Unterschied zwischen diesem Seder-Abend und allen anderen: Das ist keine Frage, sondern eine Tatsache. Denn heute sind es nicht zehn Plagen, sondern elf.
Die Haggada hat diese unübersehbare Kernbotschaft: „In jeder Generation muss sich jeder Mensch (hebr.: adam) vorstellen, als ob er selbst aus Ägypten ausgezogen ist“ (Rabban Gamli‘el). Im Gedenk- und Befreiungsjahr 2020 ist der Seder aktueller und universeller denn je. Denn Maror (Bitterkraut, Meerrettich) symbolisiert nicht nur die Sklaverei und das Elend der Vergangenheit, vor 3.300 Jahren, sondern auch das der Gegenwart.
    Menschen wie die zwei ägyptischen Hebammen Schifra und Pua, die als erste Widerstandsfrauen in der Geschichte sich weigerten, den Völkermord des Pharaos durchzuführen (Exodus 1,15-21), setzen sich immer noch für andere ein, wobei sie manchmal ihr eigenes Leben riskieren. Ich bin ihnen, ihren Nachfolger*innen und dem heutigen Pflegepersonal zutiefst dankbar.
    Und auch heute gibt es Menschen, die Führung zeigen – wie Moses damals. Obwohl die Haggada ihn nicht erwähnt, bewundere ich ihn. Er sah sich einem rücksichtslosen Herrscher gegenüber, der die Plagen bis zuletzt leugnete, sowie einem Volk, das seinen Rat mehrmals hartnäckig ignorierte. Ich bewundere unsere Bundesregierung und unsere Bürgermeister*innen, die uns durch diese schwierigen Zeiten begleiten, und unsere Wissenschaftler*Innen, die nach Tests und Medikamenten forschen.
    In schwierigen Zeiten gibt es auch Solidarität: „Familien, die zu klein sind, um ein ganzes Tier zu essen, teilen mit den Nachbarn, unter Berücksichtigung dessen, was jeder braucht“ (Exodus 12, 4). Auch die Haggada gibt sofort den Ton an: "Jeder, der Hunger hat, kann hereinkommen und mitessen." Wir sollten miteinander teilen (und nicht hamstern).
Wir sollten vorläufig weiterhin physisch Abstand halten, aber uns mehr denn je sozial verbinden. 
    Dieses Jahr ist der Auszug aus Ägypten (MiTzRaYiM), aus der Bedrängnis, aus der Enge (MiZtaRYM) heraus, schwieriger als zuvor. Tatsächlich: „Die ganze Welt ist eine sehr, sehr schmale Brücke, und die Hauptsache ist: Hab keine Angst, hab überhaupt keine Angst!“ so das berühmte Lied nach einem Text von Rabbi Nachman von Brazlaw (1772-1810, Likutei Moharan II, 48,2,7).  Jeder Mensch (hebr.: adam) muss jetzt eine enge Brücke überqueren und sich solidarisieren. Hab keine Angst, öffne die Türe deines Herzens, rufe einander an, melde, wenn Du etwas brauchst.

Rabbiner Edward van Voolen

 

10 Jahre Bodenfelder Synagoge in Göttingen, 27. Mai 2018 - 13. Siwan 5778

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 11:06 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 10:53 Uhr

“Mah tovu ohalecha Ja’akow, mischkenotecha Jis
Wie schön sind deine Zelte Jakob, deine Wohnstätten Israel.” (Numeri 24,)
Vor dreitausende Jahre segnete der biblische nicht-jüdische Prophet Bile’am mit diesen Worten das jüdische Volk.
Und mit diesen Worte betreten Juden noch immer die Synagoge.
Seit der Zerstörung des zweiten Tempels vor fast 2.000 Jahre, ist die Synagoge unser Zuhause geworden, überall in der ganzen Welt, überall wohin das Schicksal unser Volk gebracht hat. Auch nach Deutschland – die erste Ansiedlung der Juden in 321 ist urkundlich belegt, also vor fast 1.700 Jahre. Und auch nach Göttingen sind Juden gekommen – sie sind schon im 13. Jh. nachgewiesen.
Von den ‚schönen Wohnstätten’ ist aber seit dem Reichspogromnacht nicht viel übrig geblieben. Die 1895 eingeweihte Göttinger Synagoge, die Platz bot an 450 Menschen, wurde 1938 zerstört. 1939 war schon die Hälfte der Göttinger Juden geflüchtet, die andere Hälfte, über 250 Juden wurde kurz darauf ermordet.
Seit 1994 gibt es wieder eine jüdische Gemeinde in Göttingen, dank Einwanderung. 90 Prozent der jetzigen Mitglieder stammt aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie, wir, haben hier ein Zuhause gefunden:
„Wie schön ist diese Wohnstätte.“
Wie schön, dass auch Du, wunderschöne, fast zwei hundert Jahre alte Synagoge aus Bodenfelde vor zehn Jahre ‚eingewandert’ bist! Nachdem Du die Reichspogromnacht überlebt und 70 Jahre verlassen und vernachlässigt leer gestanden hast: wie schön dass auch du hier ein Zuhause gefunden hast und seit zehn Jahre wieder in Amt und Würde bist!
Wir Juden, die so oft in der Geschichte auf der Flucht waren, und durch Krieg und Hunger vertrieben wurden, wir definieren unsere „Zelte und Wohnstätte“ als „ein Zuhause für alle Völker“ (Jesaja 57,6), weil wir diese Erfahrung teilen mit Millionen Flüchtlinge in der Welt. Weil wir, unsere Eltern und Großeltern selber erfahren haben wie es war „Sklaven in Ägypten zu sein“ – zu erst Teil der Gesellschaft, dann erniedrigt und gedemütigt, und schließlich verfolgt und vertrieben.
Trotz unserer Angst für Antisemitismus und Fremdenhass, öffnen wir die Türe unserer Synagoge, weil Göttingen, weil Deutschland nicht nur für uns aber auch für Abertausende Flüchtlinge die Türe wieder geöffnet hat.
Beim Betreten einer Synagoge sagen wir: „wie schön sind deine Zelte Jakob, deine Wohnstätten Israel – und dank deiner großen Liebe darf ich hereinkommen“(Psalm, 5,8).
Bruchim haBaïm – herzlich Willkommen!
[Rabbiner drs Edward van Voolen]

   

Jüdische Studenten Göttingens

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 13. Juni 2019 um 12:27 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Dienstag, den 22. Juli 2014 um 11:04 Uhr

NEU!!
In Göttingen hat sich gerade eine Gruppe „Jüdische Studenten Göttingens“ (JSG) gegründet. Als Göttinger Gruppe sind sie Teil des Verbandes „Jüdischer Studenten Nord“ (VSJNORD). Anna und Marko sind die Ansprechpartner. Sie freuen sich auf Zuwachs: Jüdische Studierende, die Lust haben, sich zu treffen, zu quatschen, zu kochen, gemeinsame Projekte durchzuführen etc… An Purim gab es z.B. die Kampagne: TodaOnPurim, bei der Menschen gedankt wurde, bei denen Dank im Alltag eher zu kurz kommt, im Sinne der Mischloach Manot -Tradition. Erreichbar ist diese Gruppe über mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.   oder über facebook: https://m.facebook.com/groups/2040052906217741?view=group.

 

Projekt: Zwei Seiten der Geschichte - Erinnern für eine gemeinsame Zukunft

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 24. März 2020 um 13:51 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Dienstag, den 03. Juni 2014 um 11:37 Uhr

In den Jahren 2003 -2005 hat der Verein Brücken Bauen e.V. - Verein zur Förderung von interkultureller Verständigung   Interviews und Filmaufnahmen mit unseren Gemeindemitgliedern Georg und Wilma Iggers durchgeführt (Georg Iggers verstarb 2017, Wilma Iggers lebt in den USA) .
 Im November 2016, kurz vor Georg Iggers' 90. Geburtstag hat sich der Verein  entschieden, das multimediale  Internetangebot  'Zwei Seiten der Geschichte - Erinnern für eine gemeinsame Zukunft' zu starten. http.//www.zweiseitendergeschichte.de    
„Angesichts der aktuellen Entwicklung in den USA möchten wir auch die Verbreitung des Lebenswerkes von Wilma und Georg Iggers unterstützen. Vielleicht können wir mit 'Zwei Seiten der Geschichte' ebenso einen kleinen, nachhaltigen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur leisten.“

   

Spuren jüdischer Geschichte zwischen Weser und Solling

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. November 2014 um 12:29 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Donnerstag, den 06. November 2014 um 12:22 Uhr

Detlev Herbst  und Berndt Schaller
“Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser“
Die Synagogengemeinden Bodenfelde, Uslar, Lippoldsberg und Lauenförde
Jüdisches Leben zwischen Solling und Weser - seit dem späten Mittelalter nachweisbar und seit Mitte des  19. Jahrhunderts fest im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben er Region verankert - ist heute ein Stück vergangener, gewaltsam zerstörter Geschichte. Die seit langem ansässigen jüdischen Familien  wurden in der NS- Zeit sämtlich vertrieben oder deportiert und ermordet. Geblieben sind nur wenige Spuren, die mehr und mehr verblassen. Die vorliegende Dokumentation ist ein Versuch, dem Vergessen entgegen zu wirken. Sie geht den Stationen der jüdischen Geschichte vor Ort von den Anfängen bis zur Auslöschung nach, beschreibt die Lebenswege jüdischer Bürger der letzten Generationen, erschließt die noch erhaltenen Bestände der jüdischen Friedhöfe als historische Quelle und verzeichnet alle einheimischen jüdischen Kinder, Frauen und Männer, die dem deutschen Rassenwahn zum Opfer fielen und ohne Namen an unbekanntem Ort geblieben sind.

ISBN 978-3-94075-92-8    Verlag Jörg Mitzkat

Das Buch ist in der Gemeinde für 19,80 € erhältlich.

 

Gedenken an die Opfer der Leningrader Blockade 1941-1944

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Dezember 2015 um 11:50 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Montag, den 25. November 2013 um 11:55 Uhr

Die Ausstellung zur Leningrader Blockade war ein großer Erfolg mit vielen interessierten Besuchern.  Danach wird die Ausstellung auch außerhalb Göttingens in verschiedenen Einrichtungen gezeigt. Sie kann bei der Gemeinde ausgeliehen werden.
   

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. September 2011 um 12:26 Uhr Geschrieben von: Administrator Donnerstag, den 28. April 2011 um 13:49 Uhr

Die Göttinger Synagoge

goettinger-syn 70 Jahre nach der Zerstörung der Göttinger Synagoge in der Reichspogromnacht 1938, wurde die neue Synagoge der wiedererstandenen Jüdischen Gemeinde Göttingen am 9. November 2008 eingeweiht. Nach einem Festakt in der Aula der Universität trugen Mitglieder der Gemeinde die Thorarollen unter einem Baldachin vom Mahnmal am Standort der von den Nationalsozialisten geschändeten ehemaligen Synagoge zu ihrem neuen Gotteshaus in der Angerstraße. Eigentlich handelte es sich um eine „Wiedereinweihung“ und zweite Weihe, denn die neue Göttinger Synagoge kann bereits auf eine lange, stolze Geschichte als Landsynagoge in Bodenfelde an der Weser zurückblicken.

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