Jüdische Gemeinde Göttingen

Jüdische Gemeinde - Wir über uns

Baruch haba – herzlich Willkommen!

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Januar 2015 um 13:17 Uhr Geschrieben von: Administrator Mittwoch, den 16. November 2011 um 13:28 Uhr

Die jüdische Gemeinde Göttingen e.V. wurde 1995 wieder belebt. Heute hat die Gemeinde 150 Mitglieder: 90 Prozent von ihnen kommen aus der ehemaligen Sowjetunion, die restlichen 10 Prozent sind Jüdinnen und Juden aus Deutschland, Israel, USA und anderen Ländern. Der Vorstand der Gemeinde hat 5 Mitglieder, die alle 2 Jahre neu gewählt werden. Nichtjüdische Angehörige können Mitglieder im Beth Shalom, dem Freundeskreis der Gemeinde werden. Wir feiern unsere G´ttesdienste nach dem liberalen Ritus. Unsere Gemeinde ist Mitglied der Union Progressiver Juden in Deutschland. Die jüdische Gemeinde besitzt 2 Gebäude in der Angerstrasse: Das Gemeindehaus und die Synagoge, die in einem weitläufigen Garten steht, der von Nachbarn liebevoll gepflegt wird. Das Gemeindehaus hat 3 Stockwerke. Im Erdgeschoß befindet sich eine Küche und ein großer Versammlungsraum mit kleiner Bühne, im 1. Stock sind Büro, Sozialberatung und Bibliothek untergebracht, im 3. Stock gibt es u.a. ein Gästezimmer, ein Kinderzimmer und ein Musikzimmer. Hier probt das „Goldquartett“, unsere „Gemeindeband“, die viele Konzerte innerhalb und außerhalb der Gemeinde gibt.

In unseren Räumen finden religiöse Feiern, Sozialberatung, Deutsch – und Ivritunterricht, Konzerte, Tanzabende, Vorträge und interreligiöse Begegnungen statt. Einige Veranstaltungen werden zusammen mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit organisiert, mit der wir seit Jahren freundschaftlich verbunden sind. Wir sind eine offene Gemeinde: Begegnungen mit anderen Religionen und Weltanschauungen sind uns ebenso wichtig wie das Angebot, unsere Gemeinde und das Judentum kennen zu lernen. Wir bieten Synagogenführungen für Schulklassen und andere Interessierte an. Die Gemeinde besitzt einen eigenen Friedhof neben dem städtischen Hauptfriedhof. In regelmäßigen Abständen finden Führungen über den alten Teil des Friedhofes statt. Wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an das Gemeindebüro, Mo, Di und Do von 11.00 -12.30 Uhr.

Baruch Haba! Herzlich Willkommen!

   

Vorstand

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. August 2015 um 12:27 Uhr Geschrieben von: Administrator Freitag, den 02. September 2011 um 13:32 Uhr

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Jacqueline Jürgenliemk ( erste Vorsitzende), Dr. Ruth Geiss-Friedlander,
Evgeni Krasnov, Regina Medova, Dr. Achim Doerfer

   

Geschichte der Gemeinde

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Januar 2015 um 13:16 Uhr Geschrieben von: Susanne Levi-Schlesier Mittwoch, den 07. September 2011 um 19:53 Uhr

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Die Jüdische Gemeinde Göttingen, die 1994 wieder auflebte, sieht sich in der Nachfolge der Vorkriegsgemeinde, die nach dem Ersten Weltkrieg mehr als 600 Mitglieder zählte, heute sind es weniger als 200. Sie knüpft an das deutsche Reformjudentum an, das mit Israel Jacobsen sowie der von ihm vor über 200 Jahren begründeten Schule in Seesen starke Impulse erhielt. Der dort 1810 errichtete Tempel wurde in der Pogromnacht vom November 1938 ebenso zerstört wie die während der Kaiserzeit gebaute große Synagoge in Göttingen. 1973 wurde an deren ehemaligen Standort ein Mahnmal mit den Namen der 258 deportierten und ermordeten Juden aus Stadt und Kreis Göttingen errichtet. Der letzte Gemeinde-Rabbiner war einen Monat vor den Pogromen nach Palästina ausgewandert: Hermann Ostfeld machte sich dort als Zvi Hermon einen Namen als Kriminologe und reformierte das Gefängniswesen in Israel. Zu seinen Amtsvorgängern in Göttingen zählen Dr. Benno Jacob (nach London emigriert, wo er 1945 starb), Dr. Siegfried Behrens (1942 aus Fürth deportiert und im KZ Maidanek ermordet) und Dr. Heimann Auerbach, ein Onkel von Marcel Reich-Ranicki (1939 in die USA emigriert, wo er 1957 starb). Nach dem Krieg war Göttingen Zufluchtsort von Überlebenden der Shoa und Displaced Persons. Der Kaufmann Richard Gräfenberg, der als einziger in Göttingen von nur vier Juden überlebte, weil er mit einer Christin verheiratet war, versammelte die Juden in Göttingen in seinem Wohnzimmer. Max Lilienthal, ein Versehrter des Ersten Weltkrieges, der aus Theresienstadt heimkehrte, führte die Gemeinde bis zuletzt. Beim Blick ins Vereinsregister der Stadt Göttingen, stellten die "Gründungsmitglieder" von 1994 fest, dass die Gemeinde noch formal existierte. Sie musste lediglich wiederbelebt werden, was Eva Tichauer-Moritz 1994 gelang. Zu den "Gründungsmitgliedern" von 1994 gehörte auch der Göttinger Ehrenbürger Artur Levi aus München, der die Nazizeit in England überlebt hatte und nach dem Krieg nach Göttingen beordert wurde, um beim Aufbau der Demokratie zu helfen. In den 70er und 80er Jahren war er Oberbürgermeister der Universitätsstadt. Er starb hochgeehrt 2007 und fand seine Ruhestädte auf dem Friedhof der Gemeinde.
Der Friedhof mit inzwischen fast 500 Grabstellen stammt bereits aus dem 17.Jahrhundert. Seit 2004 nutzt die Gemeinde auch wieder ein eigenes Haus und seit 2008 eine Synagoge. Mit Hilfe eines Fördervereins wurde zunächst das ehemalige Pfarrhaus der Marien Kirchengemeinde in der Angerstraße zum Jüdischen Gemeindezentrum umgebaut. Im Garten dahinter steht die aus Bodenfelde an der Weser translozierte Synagoge, die, 1825 gebaut, nach Auflösung der dortigen Gemeinde durch die Provinzregierung Hannover bereits 1937 an einen Landwirt verkauft und von diesem als Scheune genutzt worden war. Im April 2010 konnten endlich auch die beiden äußerst wertvollen Torarollen, die schwer beschädigt die Jahre des Naziterrors überstanden hatten, eingebracht werden nachdem sie in Miami (USA) gekoschert worden waren.

 

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Die Jüdische Gemeinde Göttingen ist längere Zeit von Rabbiner Henry Brandt und später von Rabbinatsstudenten des Abraham-Geiger-Institutes betreut worden. Derzeit ist Rabbiner Dr. Gabor Lengyel für die Gemeinde verantwortlich. Wir sehen uns der liberalen Tradition der Vorkriegsgemeinde verpflichtet und pflegen die Bräuche und den Ritus des liberalen Judentums. Wir sind Teil der World Union of Progressive Judaism und der European Union of Progressive Judaism. Seit seiner Gründung sind wir Mitglied des Landesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden Niedersachsens und Mitgliedsgemeinde des Zentralrats der Juden in Deutschland.